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LEADER Projekt

Ökologisch nachhaltige Veredelung regionaler Rohstoffe

Finanzierung über das EU-Programm LEADER zur Förderung der ländlichen Entwicklung

Projekt Nr. SRG06A/2025/21 – Dekret Nr. 3401 vom 05.03.2025 CUP Nr. B27H25001270001

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LEADER Projekt

Pilotprojekt zur Entwicklung von Baumleder für Schuhe, Stiefel & Filzbekleidung

Finanzierung über das EU-Programm LEADER zur Förderung der ländlichen Entwicklung

Projekt Nr. 19.2/2019/76 – Dekret Nr. 16906/2021 vom 16.09.2021 Identifikationscode „RNA Gewährungscode – COR“ 600309, CUP Nr. B21B19000980008

Projekt 1

Oekologisch nachhaltige Veredelung regionaler Rohstoffe 1
Abbildung 1. Herstellung eutektischer Härter.
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Abbildung 2. Herstellung Gießmasse und Gießen von Probenkörpern.
Oekologisch nachhaltige Veredelung regionaler Rohstoffe 3
Abbildung 3. Versuche zur Verbundwerkstoffen aus Wolle und ELO-Polymermatrix.
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Die Ausgangslage

Im aktuellen Projekt wird untersucht, wie Schafwolle als biogener Rohstoff in eine Polymermatrix integriert werden kann. Eine Polymermatrix ist die Kunststoffphase, welche die Wollfasern umgibt, miteinander verbindet und dem fertigen Material seine Form gibt. Auf diese Weise soll ein funktionaler Verbundwerkstoff entstehen, der die Eigenschaften der Wolle mit jenen eines flexiblen und zugleich mechanisch stabilen Kunststoffs verbindet.
Ziel ist es, einen bislang nur teilweise genutzten Naturstoff zu einem hochwertigen und nachhaltigeren Material weiterzuentwickeln. Mögliche spätere Anwendungen wären beispielsweise ökologische Schuhsohlen, Isoliertaschen oder andere Alltagsprodukte.
Im Vorgängerprojekt wurde bereits epoxidiertes Leinöl (ELO) als biobasierte Polymermatrix untersucht. ELO kann durch die Zugabe geeigneter Härter, beispielsweise Amine oder Säuren, zu einem Kunststoff ausgehärtet werden. Da die bisher verwendeten Amine fossilen Ursprungs sind, liegt der aktuelle Schwerpunkt auf der Verwendung biobasierter Säuren.
Als Säure wurde zunächst Sebacinsäure eingesetzt. Damit konnten gute Polymereigenschaften und eine hohe Wasserbeständigkeit erzielt werden. Die Verarbeitung erwies sich jedoch als schwierig, da die Viskosität der Mischung beim Gießen und Abkühlen rasch zunahm. Die Mischung wurde dadurch schnell zähflüssig und war nur über einen begrenzten Zeitraum gut verarbeitbar. Zusätzlich ist zu prüfen, ob für bestimmte Anwendungen höhere Festigkeitswerte erforderlich sind.

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Erste Versuche

Zur Optimierung der Materialeigenschaften und der Verarbeitung wurden verschiedene biobasierte Säuren untersucht:

  • Sebacinsäure
  • Zitronensäure
  • eine Kombination aus Sebacinsäure und Zitronensäure im Verhältnis 1:1
  • Weinsäure
  • Adipinsäure
  • Bernsteinsäure

Dazu wurden jeweils 10 g ELO mit der entsprechenden Säure bei etwa 140 °C vermischt. Das Verhältnis zwischen den reaktiven Epoxidgruppen des ELO und den Carbonsäuregruppen der Säure wurde auf R=1 eingestellt. Einige Mischungen ließen sich im Vergleich zum bisherigen Sebacinsäure-System besser verarbeiten. Bei mehreren
Ansätzen wurde die Masse beim Gießen jedoch weiterhin sehr schnell zäh beziehungsweise gelartig. Dadurch konnten nicht aus allen Mischungen geeignete Probekörper hergestellt werden. Bei einigen anderen Ansätzen fand trotz der anschließenden Wärmebehandlung keine vollständige Aushärtung statt.
Zusätzlich wurde versucht, die Viskosität und damit die Verarbeitbarkeit der ELO-Härter-Mischungen durch die Zugabe von Lösungsmitteln wie Aceton oder Ethanol zu verbessern. Die auf diese Weise hergestellten Probekörper zeigten jedoch eine starke Blasenbildung und eine geringere mechanische Belastbarkeit. Dieser Ansatz wurde daher vorerst nicht weiterverfolgt.
In mehreren wissenschaftlichen Publikationen wird die Herstellung sogenannter eutektischer Härter für die Aushärtung von ELO beschrieben.1–5 Dabei handelt es sich um Mischungen, die bereits bei niedrigeren Temperaturen verflüssigt werden und dadurch eine bessere Verarbeitung der Gießmasse ermöglichen können.
Als Verflüssigungsmittel wurden in der Literatur verschiedene Ester (z.B. beispielsweise Ethyllactat, Diethylmalonat, Diethylsuccinat, Diethylglutarat, Diethyloxalat und Triethylcitrat), welche ebenfalls aus nachwachsenden Rohstoffen produziert werden.
Nach dem Protokoll von Tellers et al. (2020) wurde eine Mischung aus Zitronensäure und Ethyllactat im molaren Verhältnis 1:1 hergestellt. Diese Mischung wurde zunächst auf 120 °C erhitzt, um die Säure vollständig zu schmelzen und eine transparente Flüssigkeit zu erzeugen (Abbildung 1).
Anschließend wurde der so vorbereitete Härter langsam und unter Rühren zu auf etwa 60 °C vorgewärmtem ELO gegeben (Abbildung 2). Die Mischung blieb im Vergleich zu den bisherigen Sebacinsäure-Systemen deutlich länger verarbeitbar und konnte über einen längeren Zeitraum in Silikonformen gegossen werden. Die Formen wurden anschließend zunächst eine Stunde bei 60 °C und danach zwei Stunden bei 160 °C im Ofen ausgehärtet.3 Im Vergleich zu dem Sebacinsäure-System konnte somit die nötige Aushärtungsdauer reduziert werden.
Die erhaltenen Probekörper fühlten sich fester und mechanisch belastbarer an als jene auf Basis von Sebacinsäure. Die mechanische Prüfung mittels Zugversuchen wird demnächst durchgeführt.
Zusätzlich wurden erste Versuche durchgeführt, um Wolle in das ELO-System zu integrieren (Abbildung 3). Die Haptik und Flexibilität der hergestellten Probekörper hingen deutlich von der Menge der eingesetzten Polymermatrix ab. Getränkte Wollvliese führten zu eher steifen Probekörpern (Abbildung 3a). Wenn hingegen mehr Polymermatrix eingesetzt wurde, sodass das Wollvlies vollständig eingebettet war, entstand ein deutlich flexibleres Material mit einer lederähnlichen Haptik (Abbildung 3b).

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Ausblick auf weitere Arbeiten

Nun sind mechanische Prüfungen und weitere Analysen der Polymermatrix sowie der ausgehärteten Verbundwerkstoffe geplant. Untersucht werden sollen unter anderem die thermischen Eigenschaften, die Wasserbeständigkeit und die mechanischen Eigenschaften. Zusätzlich soll die Topfzeit bestimmt werden, um das verfügbare Verarbeitungsfenster besser abschätzen.
Außerdem könnte eine DSC-Analyse durchgeführt werden. Mit dieser Methode lässt sich der Verlauf der Aushärtungsreaktion untersuchen. Dadurch soll geprüft werden, ob die derzeit verwendete Aushärtung bei 160 °C weiter optimiert oder möglicherweise auf eine niedrigere Temperatur reduziert werden kann. Zudem könnte die Aushärtung bei Raumtemperatur untersucht werden.
Weiters soll die praktische Verarbeitbarkeit der verschiedenen Materialien untersucht werden. Dabei soll geprüft werden, ob sich die Materialien schneiden, mit einer CNC-Fräse bearbeiten oder vernähen lassen. Dadurch soll besser beurteilt werden, ob und in welcher Form eine Verarbeitung in der Manufaktur möglich ist.

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Kompetenzzentrum Holz GmbH
Altenberger Straße 69, 4040 Linz, Austria
c/o Universität f. Bodenkultur,
UFT – Universitäts- und Forschungszentrum Tulln,
Konrad-Lorenz-Straße 24, 3430 Tulln, Austria

Team: Christian Hansmann, Oliver Vay und Axel Solt-Rindler

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Erste Ergebnisse in der Materialentwicklung:Links oben: Materialmuster aus Baumrinde und verschiedenen Additiven; links unten: Rindenpartikel, Mitte: Ermittlung von Zugfestigkeit und Dehnung der Materialien mit einer Universalprüfmaschine; rechts oben: Prototyp eines flexiblen, lederähnlichen Materials aus Baumrinde; rechts unten: Prototyp eines flexiblen, lederähnlichen Materials aus Fichtenrinde.

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Die Ausgangslage

Die Sozialgenossenschaft Lebenswertes Ulten betreibt die Wollmanufaktur Bergauf in St. Walburg Ulten. Vor Ort wird Schafwolle aus dem Ultental zu Filz verarbeitet, aus dem verschiedene Produkte für Wohlbefinden, Einrichtung und Bekleidung angefertigt werden. Der Anspruch von Bergauf besteht in der Verwendung von regionalen, natürlichen Materialien.

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Das Projektziel

In dem bereits laufenden Pilotprojekt soll ein lederähnliches Material für Bekleidung, Taschen oder Schuhe entwickelt werden. Ein Ziel des Projektes ist es, durch die Verwendung von heimischen Rohstoffen, wie zum Beispiel Baumrinde, deren Wertschöpfung zu steigern.

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Die Forschungspartner

Zusammen mit dem Kompetenzzentrum „Holz Wood K plus“ als Forschungspartner für innovative Werkstoffentwicklung und nachhaltige Materialforschung sollen im Rahmen des zweijährigen Projektes ein Material identifiziert und Verfahrensschritte zu dessen Herstellung entwickelt werden.

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Kompetenzzentrum Holz GmbH
Altenberger Straße 69, 4040 Linz, Austria
c/o Universität f. Bodenkultur,
UFT – Universitäts- und Forschungszentrum Tulln,
Konrad-Lorenz-Straße 24, 3430 Tulln, Austria

Team: Christian Hansmann, Oliver Vay und Axel Solt-Rindler

TIMING

Die Zeitplanung

Dauer des Forschungsprojektes: 2 Jahre
Start

30. Mai 2019

Projekteinreichung Leader Südtiroler Grenzland

September 2021

Genehmigung der Finanzierung

Oktober 2021

Beginn des Forschungsprojektes

Oktober 2023

Ende des Forschungsprojektes

Ende
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